„Leben ist nicht genug“, sagte der Schmetterling. „Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“

Haltung mit PferdeSinn

Damit ein Pferd aufblühen kann, muss als grundlegende Bedingung die Haltung passen. Erst dann sind überhaupt die Grundsteine für ein glückliches Pferdeleben gelegt.

Was macht so ein Pferd aber eigentlich aus? Jedes pferdebegeisterte Kind lernt bereits, dass Pferde in der Natur in Herden durch offene Steppengebiete streifen und den ganzen Tag lang zähes Steppengras fressen. Daraus lassen sich folgende Bedürfnisse folgern:

So ungefähr sieht ein durchschnittlicher Wildpferde-Alltag aus: fressen - gehen - fressen - trinken - gehen - fressen - dösen - fressen - gehen - spielen - fressen - trinken - gehen - dösen - fressen

„Fressen“ und „gehen“ ergeben gemeinsam übrigens „Futter suchen“; das ist ein elementares Grundbedürfnis von Pferden, welches in den allermeisten Haltungsformen keinerlei Berücksichtigung findet und damit häufig zu Verhaltenauffälligkeiten führt.


Wie sieht der Alltag für dein Pferd aus?

Wie häufig und wie lange frisst/geht/trinkt/spielt/döst dein Pferd?

In Boxenhaltung sind diese Beschäftigungen sehr sehr reduziert. Auch wenn Pferde „nur“ über Nacht aufgestallt werden, so bedeutet dies, dass sie die Hälfte ihrer Lebenszeit auf minimalem Raum eingesperrt sind. In der Natur fressen und bewegen sich Pferde auch nachts! Es gibt natürlich Ausnahmen, bei denen so eine Haltungsform sinnvoll sein kann (beispielsweise ältere Pferde, die sonst nicht zu Erholungszeiten und ausreichend Futter kommen), aber das sollte stets nur auf individueller Basis entschieden werden. Hier liegt es an dir als Besitzer, die für dein Pferd geeignete Haltungsform zu finden.


Bereicherung des Lebensraums

In Offenställen ist hingegen häufig zu sehen, dass Pferde zwar die Möglichkeit zur freien Bewegung und Spiel mit Artgenossen hätten, es aber nicht tun. Warum? Ganz einfach: Es fehlt der Anreiz. Futter und Wasser sind stets zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu finden, es gibt weder andere Herden die sich begegnen, noch Raubtiere. Warum also sollten sich die Pferde bewegen?

Es benötigt daher mehr, als schlichtes Platzangebot und gutes Futter, um Pferde artgerecht zu halten. Es gibt verschiedene Systeme, um insbesondere die Bewegungsfrequenz von Pferden zu erhöhen (z.B. Aktiv-Ställe oder Paddock Trails). Zusätzlich ist es wichtig, die zur Verfügung stehenden Flächen abwechslungsreich zu gestalten. Unterschiedliche Böden (Sand, Steine, Naturboden, harter Untergrund etc.) laden zu unterschiedlichen Aktivitäten ein. Uneinsichtige Bereiche geben zusätzlichen Bewegungsanreiz. Unterschiedliche Pflanzen (z.B. Kräuter, Bäume, Büsche, Totholz) kommen dem natürlichen Bedürfnis nach Futtersuche entgegen und fördern damit ebenfalls die Bewegung.


Pferdehaltung ist immer individuell

Du als Besitzer bist dafür zuständig, die für dein Pferd passende Haltungsform zu finden. Du bist auch dafür verantwortlich, Haltungsbedingungen zu hinterfragen und Verbesserungen anzuregen.

Und du kannst deinen Teil dazu beitragen: um Bewegungsanreize zu schaffen, helfen veränderliche Objekte, z.B. Bälle, Säcke, Pylonen, Stangen etc. Wichtig ist dabei, diese nicht einfach im Pferdebereich zu belassen, sondern sie auch wieder zu entfernen – dadurch kann man einen sich ändernden Lebensraum simulieren, der den Pferden immer wieder neue Möglichkeiten zur Entdeckung bietet. Das ist Haltung mit PferdeSinn!

Wenn du tiefer in diese Materie eintauchen möchtest oder denkst, dass es bei der Haltung von deinem Pferd Verbesserungspotenzial gibt, aber du nicht so recht weißt was genau, dann helfe ich dir gerne dabei. Mehr dazu erfährst du unter Angebot.